Weitere Blutuntersuchungen

KALZIUM

Kalzium ist ein wichtiges Mineral, welches für Muskelbewegungen (Muskelkontraktionen), bei der Blutgerinnung und auch bei der Funktion der Nerven eine wichtige Rolle spielt. Der überwiegende Anteil des Kalziums befindet sich jedoch in den Knochen. Der Kalziumgehalt des Blutes ist über unterschiedliche Mechanismen (siehe Teufelskreis Hyperphosphatämie) an den Phosphatspiegel gekoppelt. Bei der CNE kann es sowohl zu einer Verringerung des Kalziumspiegels im Blut (Hypokalzämie) als auch zu einer Erhöhung (Hyperkalzämie) kommen. Der Normalbereich von Blutkalzium schwankt stark je nach Labor, weil jedes Labor eigene Referenzwerte hat. Im Allgemeinen liegt er jedoch zwischen 2,3–3,0 mmol/l, wobei in einigen Labors schon ein Kalzium-Wert von 2,75 mmol/l als Hyperkalzämie bewertet wird.

 

Kalium und Natrium

Kalium und Natrium sind ebenfalls wichtige Salze im Körper. Bei der CNE ist Kalium durch den häufigen Harnabsatz und durch Erbrechen meist erniedrigt (Hypokaliämie) und der Natriumwert eher erhöht (Hypernatriämie).

Der Normbereich von Kalium liegt bei ca. 3,0–4,8 mmol/l und der von Natrium bei 145–158 mmol/l.

Kalziumwert sollte zwischen 2,3–3,0 mmol/l liegen.

Natriumwert sollte bei 145–158 mmol/l liegen.

Kaliumwert sollte bei ca. 3,0–4,8 mmol/l liegen.

 

Erythrozyten und Hämatokrit

Die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) und damit auch der Hämatokrit (= der Anteil der Erythrozyten am Blutvolumen) sind bei der CNE meist erniedrigt. Die Nieren sind über das Hormon Erythropoetin an der Blutbildung beteiligt. Bei der CNE ist diese Funktion reduziert, so dass weniger rote Blutkörperchen gebildet werden. Das kann zu einer Blutarmut (Anämie) führen, die sich als Blässe der Schleimhäute bemerkbar macht.

Referenzbereich der Erythrozyten: 5,0–10,0 T/l, der Normbereich für Hämatokrit liegt bei 30–45 % (oder 0,30–0,45 l/l). Bei einem Hämatokrit unter 27 % wird bei der Katze von Anämie gesprochen.

 

Glomeruläre Filtrationsrate (GFR)

Sie ist das Maß für die Filterleistung der Nephrone und stellt damit die genaueste Methode für die Abschätzung der Leistungsfähigkeit der Nieren dar. Ihre Bestimmung ist jedoch nicht ganz einfach. Man gibt der Katze eine bestimmte Substanz in einer definierten Menge ein
(z. B. Iohexol), welches ausschließlich oder zumindest weitgehend über die Nieren ausge-schieden wird. Dann werden in bestimmten Zeitabständen Blutproben und eine 24-Stunden-Sammelurinprobe entnommen und auf eben diese Substanz hin untersucht. Es wird also überprüft, wie schnell die Nieren in der Lage sind, die Substanz wieder auszuscheiden (Clearance). Da die Ausscheidung an die Filtrationsleistung direkt gekoppelt ist, kann man dadurch die GFR bestimmen.

Kreatininwerte verhalten sich umgekehrt proportional zur GFR: Steigt die GFR und damit die Filtrationsleistung, wird mehr Kreatinin ausgefiltert und der Blut-Kreatinin-Spiegel sinkt ab. Fällt die Filtrationsleistung ab, sinkt die GFR und damit kann weniger Kreatinin
ausgeschieden werden. Es kommt zu einem Anstieg des Kreatinin-Spiegels im Blut. Die GFR ist allerdings schon vor dem Kreatinin-Anstieg erniedrigt, so dass es eine zeitliche Verzögerung zwischen beiden Werten gibt. Die GFR eignet sich zur Früherkennung der CNE. SDMA reagiert bereits zu einem früheren Zeitpunkt als Kreatinin auf eine Reduktion der GFR. Daher ist der SDMA-Test auch für eine Früherkennung geeignet und deutlich einfacher als die Bestimmung der GFR.

Blutuntersuchungen sind wichtig!
Die beschriebenen Blutuntersuchungen sind die wichtigsten Untersuchungen bei einer CNE-kranken Katze und Teil des sogenannten Nierenprofils. Weiterhin ist ein Gesamtblutbild, auch großes Blutbild genannt, wichtig, um etwaige Ursachen oder Begleiterkrankungen auszuschließen oder auch zu diagnostizieren. Dazu gehören beispielsweise die Leberwerte, die Schilddrüsenwerte (hier vor allem der T4-Wert) sowie die Überprüfung auf das Vorliegen von Diabetes mit dem Fructosewert, die Auflistung der einzelnen weißen Blutkörperchen-Fraktionen (z. B. Neutrophile), um ggf. Entzündungen diagnostizieren zu können.

Je nach Grunderkrankung und Auslöser oder Begleiterkrankung (z. B. sekundärer Hyperparathyreoidismus) sind weitere Laboruntersuchungen notwendig, die dein Tierarzt mit dir bespricht.