Blutharnstoff wird im englischsprachigen Raum auch als BUN abgekürzt. Harnstoff ist ein stickstoffhaltiges Abbauprodukt des Proteinstoffwechsels, der über den Harn ausgeschieden werden muss (harnpflichtige Substanz). Harnstoff selbst ist dabei kein Gift, gilt aber als Indikator für giftige (= toxische) Abbauprodukte des Proteinstoffwechsels (urämische Toxine), die schwerer messbar sind. Wenn die Nieren Harnstoff nicht mehr ausreichend ausfiltern können, reichert er sich im Blut an. Dies ist bei der CNE zu erwarten. Allerdings ist der Harnstoffspiegel im Blut noch von weiteren Faktoren abhängig (Ernährungszustand der Katze, Austrocknung, Bluthochdruck, Magen-Darm-Blutungen, Diabetes, Nierensteine etc.). Daher ist ein erhöhter Harnstoffwert allein kein eindeutiger Hinweis auf das Vorliegen einer CNE. Der Harnstoffwert sollte immer zusammen mit dem Kreatininspiegel betrachtet werden. Wenn Kreatinin auch erhöht ist, spricht dies für eine Nierenproblematik.
Ein allein erhöhter Harnstoffwert kann auch andere Ursachen haben, etwa eine proteinreiche Mahlzeit der Katze. Daher muss die Katze etwa 8–12 Stunden gefastet haben, bevor der Harnstoffwert bestimmt werden sollte. Erhöhte Harnstoff- und Kreatininwerte bezeichnet man auch als Azotämie (= Erhöhung der Werte harnpflichtiger Stoffe im Blut). Die Internationale Renal Interest Society (IRIS) teilt aufgrund des Vorliegens und der Schwere einer Azotämie, gemessen am Kreatinin-Spiegel, die CNE in vier Stadien ein. Sein Normbereich (= Referenzbereich) liegt bei 3,5–8,0 mmol/l, BUN wird angegeben als 9,8–35,0 mg/dl.
BUN-Wert sollte bei 9,8–35,0 mg/dl liegen